Heidelberg ist eine sehr empfehlenswerte Stadt – eine Million Touristen, die sich diese 100.000-Einwohner-Stadt jährlich anschauen kommen, können das bestätigen. Solche Schlussfolgerungen erinnern mich immer an ein T-Shirt, das ich auf meiner Indienreise gesehen habe und mir im Nachhinein betrachtet hätte kaufen sollen. Darauf stand „India is a wonderful country – one billion Indians cannot be wrong“ (Indien ist ein wundervolles Land – eine Milliarde Inder kann sich nicht irren). Aber ich kann wirklich sagen, dass ich mich hier sehr wohl, um nicht zu sagen zuhause fühle. Man kommt sich immer vor, als sei man fernab der Realität irgendwo gelandet. Akademiker, Studenten aus aller Welt, Japaner, Amis, andere Touristen, das Schloß, die alte Brücke, die Neckarwiese mit ihren grillenden, lesenden, Gitarre und Ball spielenden oder einfach nur herumgammelnden Menschen, der Philosophenweg, die älteste Uni auf deutschem Gebiet, Juristen, BWLer, das deutsche Krebsforschungszentrum, heile Welt. Selbst intensives Nachdenken und gelegentliches arbeitsplatzbedingtes Aufwachen, dass die Welt doch nicht so heil ist – wozu bräuchte man sonst ein Institut für Rechtsmedizin? – können dieses Bild nicht zum Wanken bringen. Das hat sogar der Spiegel erkannt (Heidelberg - Real existierende Romantik), dessen Artikel mit den Worten beginnt "Heidelberg is better than Disneyland". Während Städte in unmittelbarer Nachbarschaft mit Mord und Totschlag kämpfen (z.B. Weinheim, 15 km entfernt: Polizei muß Mord an Frau hilflos anhören), ärgern wir uns hier über die zwei Fahrraddiebstähle pro Tag, die die Kriminalstatistik in die Höhe treiben, trinken munter Capri Sonne (obwohl die aus der Stadt Eppelheim, die nicht zu Heidelberg gehört, ist), unterrichten das Schulfach „Glück“, singen das Bad’nerlied („Alt Heidelberg, Du Feine…“), freuen uns, wenn Hoffenheim gewinnt, und machen Schlagzeilen mit einem schwulen Bürgermeister, der die Stadt wegen Diskriminierung verklagt.
Wenn’s weiter nichts ist….
Die letzten schlimmen Ereignisse, die mir durch ihre Presseberichte in nachhaltiger Erinnerung geblieben sind, sind der Mord an der 12-jährigen Schülerin Vanja Elena durch einen Spanner (30.11.2000) und der Dreifachmord von Ziegelhausen (23.12.2002) durch einen zigarillorauchenden Mannheimer Sozialhilfeempfänger – beide tragisch, beide aufgeklärt, beide relativ lange her. Selbst den zweiten Weltkrieg, an dessen Ende in vielen Städten Deutschlands – so auch im benachbarten Mannheim – kein Stein mehr auf dem anderen stand, überstand Heidelberg nahezu unversehrt. Ein älterer Nachbar aus Neuenheim berichtete, eine beeindruckende Erinnerung an diesen Krieg sei ein brennender Busch in Nachbars Vorgarten nach einem Irrläufer aus einem Luftangriff gewesen, und die Tatsache, dass die St.Raphael-Kirche zwei Häuser weiter bei diesem Angriff ein paar ihrer hübschen Glasfenster verlor. Daß rebellierende Studenten den Altar dieser Kirche in den 60er Jahren zerstörten, die Einzelteile aus der Kirche trugen und verbrannten, fand er weitaus schlimmer. Und selbst das ist jetzt fast 40 Jahre her…
Wenn’s weiter nichts ist….
Die letzten schlimmen Ereignisse, die mir durch ihre Presseberichte in nachhaltiger Erinnerung geblieben sind, sind der Mord an der 12-jährigen Schülerin Vanja Elena durch einen Spanner (30.11.2000) und der Dreifachmord von Ziegelhausen (23.12.2002) durch einen zigarillorauchenden Mannheimer Sozialhilfeempfänger – beide tragisch, beide aufgeklärt, beide relativ lange her. Selbst den zweiten Weltkrieg, an dessen Ende in vielen Städten Deutschlands – so auch im benachbarten Mannheim – kein Stein mehr auf dem anderen stand, überstand Heidelberg nahezu unversehrt. Ein älterer Nachbar aus Neuenheim berichtete, eine beeindruckende Erinnerung an diesen Krieg sei ein brennender Busch in Nachbars Vorgarten nach einem Irrläufer aus einem Luftangriff gewesen, und die Tatsache, dass die St.Raphael-Kirche zwei Häuser weiter bei diesem Angriff ein paar ihrer hübschen Glasfenster verlor. Daß rebellierende Studenten den Altar dieser Kirche in den 60er Jahren zerstörten, die Einzelteile aus der Kirche trugen und verbrannten, fand er weitaus schlimmer. Und selbst das ist jetzt fast 40 Jahre her…
Also, kommt ins bezaubernde Heidelberg, hier ist es wirklich schön. Eine Million Touristen kann sich nicht irren…

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